Online Metriken und Tools – messerscharf kann auch weh tun

„Wir haben Ihre Domain/Ihr Geschäftsmodell/Ihre Anzeigen einer genauen Analyse unterzogen und laut Tool/Score XY sind Sie 1,5 Zentimeter vom Höllentor entfernt, wenn Sie jetzt nicht handeln, ist alles aus!“

Heute schon gehört oder gelesen? Meldungen wie diese gehören ja nun schon seit einiger Zeit zum alltäglichen Hintergrundrauschen aller www-Betreiber. Manchem sind solche Ankündigungen gerade einmal einen „Junk“-Klick wert, doch wer sich nicht täglich direkt mit den Hintergründen von Google Algorithmus Änderungen und Updates, Conversion Einbrüchen oder aktuellen Änderungen in SERP Snippets beschäftigen muss oder möchte – im Regelfall sind das gerade Personen im oberen Management – bekommt doch den einen oder anderen Schreck. Klar erkennt hier jeder schnell den alten Verkaufshammer, der auf den Angstnerv zielt, aber eine gewisse Grundnervosität bleibt zurück und schon purzeln Testzugänge, Notfallmeetings oder Schlimmeres in die Mailboxen von Online Marketing Managern, SEOs und SEM-Spezialisten.

Nicht, dass jetzt an dieser Stelle der Eindruck entsteht, ich würde Online Marketing Tools ablehnen – Gott bewahre, NEIN! Ich bin ganz vorne dabei, wenn es darum geht, neue Anwendungen ausgiebig zu testen und bei Eignung auch gleich einzuführen. Nur tue ich das aus Interesse an der Materie, aus Spaß an meinem Beruf, nicht aus Angst vor dem finanziellen Ruin.

Hier bei Quan Digital gehört das Testen und Nutzen von allen gängigen Tools, Add-ons und Plug-ins zum Job. Angefangen bei MajesticSEO, ahrefs und LinkResearchTools über Sistrix, Searchmetrics und Xovi bis hin zu Strucr, Raventools und ubermetrics (um hier nur einige kostenpflichtige zu nennen). Wer Kunden ganzheitlich berät, muss wissen, wo Möglichkeiten und Tücken von Online Marketing Tools liegen.

Einerseits, weil die oft großartigen „Kinder“ kluger Köpfe die im Web üblichen riesigen Datenmengen schneller, detaillierter und effizienter verarbeiten als ein Mensch es könnte, andererseits aber vor allem auch, damit wir erkennen und verstehen, was unsere Kunden sehen und oft auch fürchten.

Die üblichen Kennzahlen, wie zum Beispiel „Sistrix Sichtbarkeitsindex“, „Cemper Power*Trust“, „Domain Authority“ oder auch der gute alte „PageRank“, sind dem geübten Fachmann ein treuer, wenn manchmal auch echt anstrengender Begleiter, weiß er doch, dass Sie eine Beurteilung einer Domain unterstützen, jedoch niemals alleinstehend oder gar unhinterfragt abschließen.

Joshua Steimle trifft in dem letzten der drei Artikel den Nagel auf den Kopf:

…don’t forget that the metrics these tools give you are means to an end, and not the end itself.

Joshua Steimle

Ein plötzlicher Absturz in der Sichtbarkeit, die Homepage, die in drei Jahren immer noch nicht über PR n/a hinaus gekommen ist oder aber auch ein „Giftigkeitsanteil“ in der Backlinksstruktur von 95%  (Zitat: „Deadly Risk“ – alles schon vor ersten Kick-offs gesehen) – Sie alle geben einem einen Hinweis, das eine oder andere Setup noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Kein echter Profi würde solche Zeichen einfach ignorieren, aber trotzdem sollte man nicht gleich – ohne genaue Untersuchung – den diensthabenden OM feuern und/oder die ganze Backlinkstruktur in das Google Disavow Tool „kippen“.

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